(Zum Vergrößern und zur besseren Ansicht der Noten und Bilder diese bitte anklicken)

Archiv 1

Der vitruvianische Mensch

Der vitruvianische Mensch von Leonardo da Vinci. Optische Realisierung der von Vitruv (Marcus Vitruvius Pollio) in seiner De architectura libri decem (10 Bücher über Architektur) beschriebenen idealen Proportionen des Menschen. Vitruv war Architekt und Ingenieur unter Julius Cäsar sowie Kaiser Augustus.

Archiv 4a

Die Natur der Musik

Alles was gegen die Natur ist,

hat auf die Dauer keinen Bestand

(Charles Darwin)

 

 I. Die Natur der Basler Langtrompeten -

II. Harmonische (enharmonische) und doppeldeutige Klänge -

III. Harmonische (enharmonische) Fortschreitungen für Violine -

IV. Ein krebsgängiger Canon aus Obertönen -

V. Das Tetrachord- und Hexachordsystem -

VI. Martin Agricolas Musica Choralis Deudsch und die Natur der Musik

Der Modus Tromba

Silbertrompeten des Moses | Naturtrompeten

Jüdische Silbermünze aus den Jahren 132-135.

Das Münzbild symbolisiert offensichtlich die 2 Silbertrompeten des Mose.

(4 Mose 10.1-10)

Eingesandt von Richard Carson Steuart

___________

   Behold, I tell you a mystery! We shall not all sleep, but we shall all be changed in a moment, in the twinkling of an eye, at the last trumpet.

    The trumpet shall sound, and the dead shall be raised in corruptible, and we shall be changed. For this corruplible must put incorruption, and this mortal must put on immortality.   (George Frederic Handel; Messiah).

 Basler Langtrompeten

Langtrompeten auf Pauken | Historisches Museum Basel | Naturtrompeten

Copyright Langtrompeten auf Pauken, Historisches Museum Basel,

Foto: HMB P. Porter

www.musikmuseum.ch

Jean-François Madeuf

Jean François Madeuf

Jean-François Madeuf bläst seine original Friedrich Ehe Naturtrompete aus dem 18. Jahrhundert*.

Friedrich Ehe (1669-1743) war ein Nürnberger Trompetenmacher.

Jean-François Madeuf ist einer der jüngeren Repräsentanten der französischen Trom- petenschule. Madeuf gehört zu den wenigen Exponenten des Blasens auf der Naturtrompete ohne Zuhilfenahme von unhistorischen Überblaslöchern. Neben seiner internationalen Solistentätigkeit ist er Dozent am Conservatoire National Supérieur Musique et Dance de Lyon und an der Schola Cantorum Basiliensis. 2013 verlieh die Europäische Kulturstiftung Pro Europa Madeuf mit seinem Naturtrompeten-Ensemble der Schola Cantorum Basiliensis den Europäischen Ensemblepreis.

 *Des weiteren bläst Madeuf auch eine original Naturtrompete des Nürnbergerger Trompetenmachers Johann Wilhelm Haas (1649-1723).

Telemann: Jede Note einzeln betrachtet, ist ein Klang!

I. Die Natur der Basler Langtrompeten

und der von Madeufs historischen Trompeten:

Die Naturklangskala

Das Einmaleins und die musikalische Natur

Die Natur der Basler Langtrompeten und der von Jean François Madeuf
Die Noten 7, 11, 13 und 14 symbolisieren doppeldeutige Klänge!

Ein Naturwunder:

Denn ab der 2. Note einer Naturklangskala bietet sich in unendlicher Folge jeder einzelne Klang an als Basis für eine weitere Naturklangskala innerhalb der ursprünglichen:

1er-Reihe: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 etc.

Weitere Naturklangskalen in unendlicher Folge innerhalb der ursprünglichen 1er-Reihe:

                  2er-Reihe: 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 22 24 26 28 etc.

                  3er-Reihe: 3 6 9 12 15 18 21 24 27 30 33 36 39 42 etc.

                  4er-Reihe: 4 8 12 16 20 24 28 32 36 40 44 48 52 56 etc.

                  5er-Reihe: 5 10 15 20 25 30 35 40 45 50 55 60 65 70 etc.

                  6er-Reihe: 6 12 18 24 30 36 42 etc.

                  7er-Reihe: 7 14 21 28 35 42 49 etc.

                  8er-Reihe: 8 16 24 etc.

                  9er-Reihe: 9 18 etc.

                  und so weiter fortschreitend entsprechend dem Einmaleins:

Die Natur der Basler Langtrompeten | Naturtrompete und der von Jean François Madeuf.

Der doppeldeutige 7. Naturklang und Telemanns Neues musikalisches System

Sexta maximum = Septima minor

Frequenzen

Die Frequenzen der Naturklangskalen vervielfachen sich von der Grundfrequenz an immer entsprechend dem Einmaleins.

Beispiel Grundfrequenz 13: 13, 26, 39, 52 etc., oder Grundfrequenz 64: 64, 128, 192, 256 etc.

Die Natur der Basler Langtrompeten und der von Jean François Madeuf

"Ober-" und "Untertöne"

Zum Beschluß habe ich noch die Ehre meinen geehrtesten Lesern eine wichtige Wahrheit vorzutragen / von welcher ich mir der Erfinder [Entdecker] zu seyn schmeichle [...] Die Wahrheit lautet also: Die Tone werden im Ohr nach ihren Verhältnissen auf der nervösen Haut im kleinen und zwar verkehrt [in Umkehrung] beschrieben ...

(Lorenz Christoph Mizler, Musikalische Bibliothek, 1. Band, Leipzig 1736/38)

                                                            * * *

  Untertöne: eine als mathematische Umkehrung [Spiegelung] der Obertonreihe [Naturklangskala] zunächst theoretische entwickelte Reihe von Tönen ... Das Vorhandensein von Untertönen wurde inzwischen experimentell bestätigt.

(Horst Seeger: Musiklexikon in zwei Bänden, Leipzig 1966)

* * *

Diadromi - Durchlaufer - Durchlaufen

Noch im 18. Jahrhundert wurden die Naturklänge als griechisch Diadromi bezeichnet:

Diadromi, ... Durchlaufer; also heissen ... diejenigen Schwenk- und Schwebungen, welche eine Saite von sich gibt, wenn sie angeschlagen wird ...

(Johann Gottfried Walther: Musicalisches Lexicon, Leipzig, 1732)

Naturklänge 8 - 14 gespiegelt

+ / X 22. altkanaanitisches -hebräisches Schriftzeichen Taw. Zahlenwert 400.

Relief auf der Innenseite des Titusbogen in Rom. Plastisch-bildhafte Darstellung, wie nach der Eroberung  Jerusalems (70 n. Chr.) durch die Römer das Beutegut aus dem Tempel getragen wird. Rechts im Bild die gekreuzten Silbertrompeten: X
Relief auf der Innenseite des Titusbogen in Rom. Plastisch-bildhafte Darstellung, wie nach der Eroberung Jerusalems (70 n. Chr.) durch die Römer das Beutegut aus dem Tempel getragen wird. Rechts im Bild die gekreuzten Silbertrompeten: X

Bach: Die "Scala der 3 major "

Die Scala der 3 maj. ist, tonus, 2da ein gantzer Ton, 3 ein gantzer, 4 ein halber, 5 ein gantzer, 6 ein halber Ton, 7 ein gantzer ton, 8va ein gantzer Ton.

(Aus "Einige höchst nöthige Regeln vom General Basso di J. S. B.")

Gororg Friedrich Händel

Bachs Scala der 3 major und die musikalische Natur:

Telemann - Bach- Händel Cooperation
Martin Luther: Ach Gott, vom Him- mel sieh darein. Nach Pslam 12.
Martin Luther: Ach Gott, vom Him- mel sieh darein. Nach Pslam 12.

Martin Luthers Ach Gott, vom Himmel sieh darein, steht im Ton D und dem Modus g. Luthers Choralmelodie fußt zum Teil auf dem vorreformatorischen weltlichen Lied Begirlich in dem hertzen min. NB! Mozart verwendet in seiner  Oper Die Zauberflöte Luthers Melodie als Cantus firmus für den fugierten Gesang Der, welcher wandelt diese Straße voll Beschwerden:

Bachs Scala der 3 major resp. Tonleiter mit der Durterz, die sich zusammensetzt aus 1. einer Prime, 2. einer großen Sekunde, 3. einer großen Terz, 4. einer kleinen Quarte, 5. einer großen Quinte, 6. einer kleinen Sexte, 7. einer kleinen Septime, 8. einer großen Oktave, beinhaltet sowohl den Dur- als auch den Molltmodus:

Bach: Scala der 3 Major

Der tiefalterierte 13. Naturklang in der Praxis:

Im Enleitungschor von Händels Oper Giulio Cesare, hat das 3. Naturhorn (in D)  in den Takten 35 und 43 den tiefalterierten 13. Naturklang zu blasen. Von Händel als transponiertes gis notiert. Im Oratorium Jephta, beim Chor No more to Ammo's im Takt 52, springt die 1. Naturtrompete (in D) vom 10.- in den tiefalterierten 13. Naturklang. Von Händel als klingend ais'' notiert:

 Zur Scala der 3 major gehörig:

Bach und Händel
Bach und Händel | Bach and Handel

Durch die Scala der 3 major wird evident, dass die B-Tonart g-Moll des Agnus Dei in Bachs h-Moll-Messe gegenüber den Kreuztonarten aller übrigen Teile keine - wie es heißt - "fremde" oder "entfernte" Tonart darstellt. Aus diesem g-Moll löst sich deshalb völlig organisch das anschließende D-Dur des Dona nobis pacem heraus.

P.S. Wie überigens auch der D-Dur Schlußchor Worthy is the Lamb aus dem vorangegangenen g-Moll der Arie If God is for us in Händels Messiah.

II. Harmonische (Enharmonische) und doppeldeutige Klänge

III. Harmonische (Enharmonische) Fortschreitungen für Violine

Leopold Mozart

Leopold Mozart

Versuch einer gründlichen Violinschule

(Salzburg 1756)

Leopold Mozart

Leopold Mozart (1719-1787)

"Das eilfte [11.] Hauptstück | Von dem Tremolo [Vibrato]*

   Der Tremolo (a) [das Vibrato] ist eine Auszierung die aus der Natur selbst entspringet und die nicht nur von guten Instrumentalisten, sondern auch von geschickten Sängern bey einer langen Note zierlich kann angebracht werden. Die Natur selbst ist die Lehrmeisterin hiervon. Denn wenn wir eine schlaffe [tiefe] Seyte oder eine Glocke stark anschlagen; so hören wir nach dem Schlage eine gewisse wellenweise Schwebung (ondeggiamento) des angeschlagenen Tones: Und diesen zitternden Nachklang nennt man Tremolo, oder Tremoleto.

   Man bemühet sich diese natürliche Erzitterung auf den Geigeninstrumenten [Streichinstrumenten] nachzuahmen wenn man den Finger auf eine Seyte stark niederdrücket, und mit der ganzen Hand eine kleine Bewegung machet; die aber nicht nach der Seite sondern vorwärts gegen den Sattel und zurück nach dem Schnecken gehen muß ...

   (a) Ich verstehe hierdurch keinen Tremulanten, so wie er in den Orgelwerken angebracht wird, sondern eine Bebung."

  * Im 18. Jahrhundert wurde das "Vibrato" als "Tremolo" bezeichnet!

Das achte Hauptstück

Von den "schnarrenden" Tönen

Leopold Mozart: Gründliche Violinschule
Leopold Mozart: Gründliche Violinschule

IV. Ein krebsgängiger Canon perpetuum aus den Obertönen 8-16

Canon perpetuum | Naturklänge - Obertöne | Langtrompete | Naturtrompete | Naturhorn

                                                                                                  (HMT)

Johann Gottfried Walther

Johann Gottfried Walther (1719-1787)

 ... ein krebsgängiger Canon ist: welcher vom Anfange nach dem Ende, und vom Ende nach dem Anfange zu, und also auch rückgängig, zugleich kann tractirt werden."

(Johann Gottfried Walther, "Musicalisches Lexicon", Leipzig 1732)

 9 8 7 6 5 4 3 2 1

 1 2 3 4 5 6 7 8 9

                                                                            19

                                                                            28

                                                                            37

                                                                            46

                                                                            55 Unisono | Umkehr

                                                                            64

                                                                            73

                                                                            82

                                                                            91

Helmut M. Timpelan | Canon perpetuum - Naturklänge - Obertöne

                                                                                       (HMT)

V. Das Tetrachord- und das Hexachordsystem - herausgelöst aus den Naturklängen 8-15

Tetrachord- und Hexachordsystem | Langtrompete | Naturtrompete | Naturhorn

VI. Martin Agricolas "Musica Choralis Deutsch" und die Natur der Musik

Martin Agricola Musica Choralis Deudsch

1. Vom versatzten gesang [Ton]

2. Das Neunde Capitel. Von den Acht tonis

3. Der 11. Naturklang bfa-hmi

4. Zwei Tonleitern, B-Dur und H-Dur, aus dem doppeldeutigen 11. Naturklang.

Martin Agricola | Musica choralis deudsch
Kultuerausgrabung: Die Telemann-Bach-Händel-Cooperation hmt

Zum Obigen gehörig:

Martin Agricola "Musica Choralis Deudsch"

Obige Tonleiter im 5. Ton, welche sich wie unsere C-Dur Tonleiter aus 5 Ganz- und 2 Halbtönen zusammensetzt, ist identisch mit der antiken lydischen Tonleiter!

* * *

Martin Luthers Weihnachtslied Vom Himmel hoch, steht im 5. versatzten Ton auf C:

Vom Hiimmel hoch, gesetzt für 4 Naturtrompeten von H. M. Timpelan. Tromba 1, 2, 4 in C und Tromba 3 in D muta C:

Lydisch

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