(Zum Vergrößern und zur besseren Ansicht der Noten diese bitte anklicken)

Archiv 5

Die kompositorische Beziehung zwischen Bach und Händel

Bach und Händel |  Bach and Handel | Tetrachord  Hexachord  Diapason

Kontrapunktisch u.a. verknüpft durch das Tetrachord- und  Hexachordsystem,

sowie dem geteilten Diapason (Oktave):

Mehr zu diesen Systemen siehe Timpelans Archiv 4

Bachschüler mit Händel verwandt

   Der herausragende Bachschüler und Mitverfasser des Nekrologs auf J.S. Bach, Johann Friedrich Agricola (1720-1774), war mit Händel verwandt. Dazu schreibt der englische Musikhistoriker Charles Burney (1726-1814), der Agricola 1773 in Berlin traf:

"J. F. Agricola ist 1720 in Obersachsen, in einem Dorfe nicht unweit von Altenburg, geboren. Seine Mutter war eine nahe Anverwandtin des verstorbenen Händels, mit dem sie bis an sein Ende einen Briefwechsel unterhielt."

(Charles Burney: Tagebuch einer musikalischen Reise, Aus dem Englischen übersetzt von C.D. Ebeling, Hamburg 1772 / 1773). de.wikipedia.org/wiki/Charles_Burney  

de.wikipedia.org/wiki/Johann_Friedrich_Agricola

Die kompositiorische Beziehung zwischen Bach und Händel

Dargestellt durch Notenbeispiele in freier Folge

 

Ein ewiger Canon / Canon perpetuum / Circelcanon:

Der Canon Nr. 11

   Bach übernahm in seinem elften Canon, aus "14 verschiedene [Circel] Canones über die ersten acht  Fundamental-Noten" der "Goldberg-Variationen", zwei Stimmen der Takte 18-20 aus der Schlußfuge von Händels 2. Klaviersuite von 1720, die in Bachs Canon real und gespiegelt erscheinen. Darüber hinaus sind Bachs acht Fundamentalnoten identisch mit den Noten der Bassstimme von Händels Chaconne mit 62 Variationen für Cembalo.* In diesem Zusammenhang: Das Haupt- und Gegenthema von Händels Schlußfuge veranlasste Johann Mattheson zu der Frage: "Wer sollte wohl denken, dass in diesen wenig Noten, als einem dicken kurzen Golddraht, ein Faden verborgen wäre, der sich hundertmal so lang ziehen lässt?" Inter Nationes deutsch

* Das von Händel getrichene ursprüngliche Finale der 2. Klaviersuite erscheint später - um einen Ton höher transponiert - als "Preludio" zur Chaconne mit den 62 Variationen über die 8 Fundamentalnoten!

  PS: An dreizehnter Stelle innerhalb der 14 Canons steht der "Canon triplex á 6 Voc.", den der Maler Elias G. Haußmann in seinem Bach-Porträt abgebildet hat.

Tafel 1

Canon | Kanon Bach und Händel
Quellen: Bachs Autograph und alte Händel Gesamtausgabe (Chrysander)

Den Canon Nr. 11 trug Bach 1747 in das Stammbuch des evangelischen Pastors und Musikers Johann Gottfried Fulde (!718-1796) ein, mit dem Vermerk: „Symbolum. Christus coronabit Crucigeros“ (Symbol / Christus wird die Kreuztragenden krönen). 1747 war das Jahr in dem Bach in Lorenz Mizlers "Correspondierender Societät der musicalischen Wissenschaften" eintrat.

Tafel 2

Canon | Kanon Bach und Händel

                    PS:

Canon | Kanon Bach und Händel

Fortsetzung:

Zur Tafel 1 und 2 gehörig:

Goethe-Institut Freiburg
Auslösung von hmt

Fortsetzung:

Zur Tafel 1 und 2 gehörig:

Goethe-Institut Freiburg
Spiegelbild von hmt

 Obige beiden Notentafeln, die an Hand von Bachs 11. Canon perpetuum die kompositiorische Beziehung zwischen Bach und Händel veranschaulichen, wurden von Timpelan erstmalig 1986 in seinem Vortrag

Telemann, Bach, Händel,

drei große Komponisten in Kooperation -

  im Goethe-Institut Freiburg

der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Einladung zum Vortrag:

Goethe-Institut Freiburg | Telemann-Bach-Händel-Cooperation
Goethe-Institut Freiburg  | Telemann-Bach-Händel-Cooperation
Goethe-Institut Freiburg | Goethe-Institut | Telemann-Bach-Händel-Cooperation
Szenischer Tanz bei dieser Veranstaltung: Evelyn Jl Puefken, Valtair dos Santos und Raimund Schall.

Noch zur Tafel 1 und 2 gehörig:

 Goethe Institut Freiburg
Quelle: Alte Händel-Gesamtausgabe von Friedrich Chrysander

Konklusion:

In Bachs Canon Nr. 11 dominieren Materialien von Händel. (Blau markiert). In wieweit Bachs Nummerierung auf Händels Mitgliedsnummer 11 in Mizlers "Correspondierender Societät der musicalischen Wissenschaften" anspielt, sei dahingestellt.

Goethe-Institut Freiburg

Bach und Händel begegnen sich über Händels Lehrer

Friedrich Wilhelm Zachow (1663-1712):

Zachow vereint in den Chorfugen seiner Concerti (Kantaten) die Dichte Bachs und die Räume Händels. Seine fugierten Choralvorspiele haben Vorbildfunktion für die von Bach.

Friedrich Wilhelm Zachow, Händel + Bach
Friedrich wilhelm Zachow
Quellen: "Denkmäler deutscher Tonkunst", Gesammelte Werke von Friedrich Wilhelm Zachow (Bd. 21/22), alte Bach-Gesamtausgabe u. alte Händel-Gesamtausgabe.

Zachows Fuga finalis und Händels Schlußfuge aus dem Concerto grosso Nr. 12

Friedrich Wilhelm Zachow

Zachows Capriccio * ex d-Moll für Clavier und Bachs Fuge ex g-Moll für Orgel

* "Capriccio ... Kurz ein Einfall, worauf vorher nicht meditiert worden. Daher werden auch die vors Clavier gesetzte, aber nicht sonderlich ausgearbeitete Fugen also titulieret."

(Johann Gottfried Walther: Musicalisches Lexicon, Leipzig, 1732)

Friedrich Wilhelm Zachow

Zu Zachows Capriccio und Bachs Fuge gehörig:

Der geteilte Diapason

1 2 3 4 | 5 6 7 8

8 7 6 5 | 4 3 2 1

Bach und Händel | Bach and Handel
Obiges Zitat aus Bachs Wohltemperiertem Klavier I, stammt aus der 24. Fuge ex h-Moll

Obige thematische Übereinstimmungen unter "der Lupe" betrachtet

I.

Bach und Händel

II.

Bach und Händel

Zum 1. Gegenthema von Bachs Orgelfuge g-Moll noch ein PS:

George Frederic Handel
Händel: Klavierwerke I, Suite VI, 3. Satz Fuga, Thema und Gegenthema.

Die prachtvollsten Blumen blühen oft im Verborgenen

(Japanisches Sprichwort)

Bach und Händel | Handel and Bach | Bach | Händel
Quellen: Alte Bach-Geamtausgabe u. alte Händel-Gesamtausgabe

NB! Bachs eigene Bezeichnung für seine heutzutage als "Kantate" bezeichnete Kompositionsform ist: Concerto:

Johann Sebastian Bach
Concerto "Bleib bei uns, denn es will Abend werden"

"Concerto [ital.] Concert [gall.] bedeutet [1. ein Collegium Musicum oder eine musicalische Zusammenkunft." (Johann G. Walther: "Musicalisches Lexicon", Leipzig 1732)

 

"Cantata, pl. Cantate, [ital.] Cantate, pl. Cantates [gall.] ist eigentlich ein langes Musicstück, dessen Text italienisch, und aus Arien mit untermischten Recitativ[en]; die Composition aber aus verschiedenen Tactarten und gemeiniglich à Voce sola nebst einem Continuo bestehet, öffters aber auch mit zwey und mehrern Instrumenten versehen ist" (Johann G. Walther: "Musicalisches Lexicon", Leipzig 1732).

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Bach und Händel | Bach and Handel | Bach | Händel
Quellen: Alte Bach-Gesamtausgabe u. alte Händel-Gesamtausgabe

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Bach und Händel | Bach and Handel

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Bach und Händel | Bach and Handel

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Bach und Händel | Bach and Handel
Bach und Händel | Bach and Handel

Stretto (italienisch) heißt: Enge; und zeiget an: ... daß ein oder etliche themata ganz kurz zusammen gezogen sind, und behende aufeinander folgen.

(Johann Gottfried Walther; Musicalischen Lexicon, Leipzig 1732).

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Bach und Händel | Bach and Handel

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Walther Siegmund-Schultze
Obiger Hinweis von Prof. Dr. Walther Siegmund-Schultze 1985 in Halle a.d. Saale

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Bach undHändel | Bach and Handel

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Bach und Händel | Bach and Handel

Fortsetzung:

Bach und Händel | Bach and Handel

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Bach und Händel | Bach and Handel

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Bach und Händel | Bach and Handel

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Bach und Händel | Bach and Handel

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Bach und Händel | Bach and Handel | Bach | Händel

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Bach und Händel | Bach and Handel

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Martin Luther | Bach und Händel | Bach and Handel

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Alexander Pope

Alexander Pope (1688-1744) "Essay on Man", Epistle I:

 

All Nature is but Art, unknown to thee;

All Chance, Direction, which thou canst not see;

All Discord, Harmony, not understood;

All partial Evil, universal Good:

And, spite of pride, in erring Reson's spite,

One truth is clear, >>Whatever is, is right.<<

 

Johanna Rudolph - Marianne Gundermann - Alexander Pope - Georg Wilhelm Friedrich Hegel

 

Georg Wilhelm Friedrich Hegel übernahm Alexander Popes (und implizit Händels) Maxime Whatever is, is right und kleidete sie in seine Worte: Alles was wirklich ist, ist vernünftig.

Siehe dazu Johanna Rudolph eigentlich Marianne Gundermann*, Händelrenaissance - Händels Rolle als Aufklärer Band II, S. 371-375, Aufbau-Verlag 1969 und Friedrich Engels, Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie.

    *Daten zu Marianne Gundermann alias Johanna Rudolph siehe

Archiv 9

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Händels Subject (Hauptthema) als Contrasubject (Gegenthema) bei Bach

Musikalisches Opfer

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Musikalisches Opfer | Bach und Händel | Bach and Handel
Bach und Händel

Quartsprünge

Bach | Händel | Bach und Händel | Bach and Handel

Händels Teilthema der 4. Clavierfuge h-Moll als Gegenthema in Bachs 14. Fuge fis-Moll aus dem Wohltemperierten Clavier II

Bach und Händel
Georg Friedrich Händel | Johann Sebastian Bach | Bach and Handel

FUGE - FUGA - RICERCARE - RECHERCHIEREN

"Fuga  (á fugando) ... Die Italiener nennen sie Ricercare ... mit Fleiß erforschen und nachsuchen [recherchieren]. Die weil in tractierung einer guten fuga mit sonderbarem Fleiß und Nachdenken aus allen Winkeln zusammengesucht werden muß, wie und auf mancherley Art dieselbe ineinandergefüget, geflochten, dupliert, per modum rectum und contrarium, ordentlich künstlich und anmutig gesetzet, und bis zum Ende hinaus geführet werden könne."

(Johann Gottfried Walther: "Praecepta der musicalischen Composition")

P.S. Walther war mit J. S. Bach verwandt.

Augmentation und Diminution

Bach | Händel | Bach und Händel | Bach and Handel

Händels Choralfuge über "Christ lag in Todesbanden"

Bach | Händel | Bach und Händel | Bach and Handel

"Bemüht sich Händels Fleiß in ändernden Cantaten" (Telemann um 1730)

Bach und Händel | Bach and Handel

  *"Reduction (gall.) Reduttione (ital.) Reductio (lat.) s. Deduttione. Hier ist nur noch zu erinnern, daß es auch gebraucht wird: wenn man eine mit vielen b [und #] versehene, und demnach chromatische pièce in das diatonische genus bringet und versetzet, um zu erfahren, ob die Vorzeichnung richtig oder mangelhaft sey, als welches sich sodann äussert."

   "Deduttione (ital.) Deduction (gall.) Deductio (lat.) ist die Benennung, welche Guido Aretinus [Guido von Arezzo] seiner aufwerts [und abwärts] steigenden Syllben-Folge beigeleget, als: ut, re, mi, fa, sol, la."

(J. G. Walther, Musicalisches Lexicon, Leipzig 1732)

P.S.:

 

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Bach und Händel | Bach and Handel
Bach und Händel | Bach and Handel
Bach und Händel
Händel: "Compositions lessons", HHA Supplement I, S. 67-70, Bärenreiter 1978, Hrsg: Alfred Mann

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Johann Sebastian Bach | Georg Friedrich Händel | Bach and Handel

Voran gingen Sänger, danach Saitenspieler;

inmitten Rahmentrommeln schlagender Mädchen

(Psalm 68, Vers 26)

"Lieder der Freude". Mirijam und ihre Begleiterinnen von James Tissot.
"Lieder der Freude". Mirijam und ihre Begleiterinnen von James Tissot.
George Frederic Handel und Johann Sebastian Bach

Der Italiener Händel und der Leipziger Bach

Johann Sebastian Bach | Georg Friedrich Händel | Bach and Handel

Spiegelachse

Bach und Hände | Bach and Handel
Georg Friedrich Händel | George Frideric Handel
Chor: "His yoke is easy", Autograph.

Bausätze

Bach und Händel | Bach and Handel

Händel und Wilhelm Friedemann Bach

Wilhelm Friedemann Bach und Georg Friedrich Händel

Appendix

Georg Friedrich Händel | George Frederic Handel
Händel: Ottone, Appendix IV B, Atto Secondo, Scena III. (Chrysander S. 136)

(Fortsetzung folgt)

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